„Meine Arbeit ist im Grunde ein Auswuchs des Zorns, den ich über die menschliche Verfassung empfinde“ – Bruce Nauman

Schon beim ersten Blick zieht die Installation von 1985 von Bruce Nauman den Betrachter in eine verstörende, fast beklemmende Welt hinein. Die grellen Neonröhren erinnern zunächst an Werbung oder Großstadtlichter, doch statt Unterhaltung zeigen sie zwei Profile, die sich unaufhörlich gegenseitig in die Augen stechen. Durch das rhythmische Blinken wirkt die Szene aggressiv und endlos – wie ein Konflikt, aus dem niemand entkommen kann.

Gerade darin liegt die Stärke des Werks. Nauman nutzt Licht nicht zur Verschönerung, sondern als Mittel, um menschliche Grausamkeit sichtbar zu machen. Sein Zitat „Meine Arbeit ist im Grunde ein Auswuchs des Zorns, den ich über die menschliche Verfassung empfinde“ wird hier unmittelbar spürbar. Der Künstler kritisiert, wie oft Menschen einander verletzen – mit Worten, Blicken oder Taten – und dabei die Folgen ignorieren.

Wir finden das Werk besonders eindrucksvoll, weil es den Betrachter zwingt hinzusehen, statt wegzuschauen. Vielleicht liegt genau darin Naumans Botschaft: Nur wenn wir uns unangenehmen Wahrheiten stellen, können wir unser eigenes Verhalten hinterfragen.

Verfasser: Hannes, Leonard, Moritz

Kontakt: Scharnhorststraße 15, 04275 Leipzig

Quellen: https://artmuseum.princeton.edu/art/collections/objects/65165