‚Balkan Baroque‘ – Marina Abramovic

Marina Abramović. The Cleaner

Als wir uns mit der Aktionskunst von Marina Abramović beschäftigt haben, ist besonders ihre Performance „Balkan Baroque“ hängen geblieben, mit der wir uns im Weiteren genauer auseinandersetzen werden.

Die Arbeit wirkt zuerst schockierend, denn Abramović sitzt mehrere Tage lang auf einem Haufen blutiger Rinderknochen und versucht sie zu reinigen. Dabei singt sie Lieder aus ihrer Kindheit und erzählt Geschichten aus ihrer Familie. Um ihre Perfomance besonders ausdrucksstark zu machen, nutzt sie bewusst den starken Geruch des Blutes und die körperliche Anstrengung.

Gerade diese radikale Direktheit macht die Arbeit so ausdrucksvoll. Es geht nicht nur um Provokation, sondern um eine Auseinandersetzung mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien und mit dem Thema von Schuld und Verantwortung. Die Knochen lassen sich nicht wirklich sauber waschen. Genauso wenig wie sich Gewalt und ihre Folgen einfach „reinigen“ lassen.

Was beeindruckt, ist die Konsequenz, mit der Abramović ihren eigenen Körper einsetzt. Sie macht das Thema nicht theoretisch, sondern zwingt das Publikum, sich emotional damit auseinanderzusetzen. Man kann kaum neutral bleiben, weil die Bilder so intensiv sind.

„Balkan Baroque“ zeigt, wie Aktionskunst politische und persönliche Themen auf eine sehr unmittelbare Weise sichtbar machen kann, was uns sehr gut gefällt. Das Werk scheint zuerst abstoßend, aber genau darin liegt ihre Wirkung, um die Auswirkungen des Krieges zu zeigen.

Verfasser: Helene, Isabella, Lotte

Tel: 0341 / 30348 – 0