
„I am only an artist, my job is to make drawings not to make sense.“ – William Kentridge
Dies ist ein Zitat von William Kentridge. Der südafrikanische Künstler begeistert weltweit mit seiner Aktionskunst. Sein berühmtestes Werk „More Sweetly Play The Dance“, welches 2015 entstand, brauchte um die 40 Leute, welche entlang einer belichteten Leinwand laufen und verschiedenste Dinge tragen bzw. Bewegungen machen. Oft werden Schablonen verwendet, um Gesichter oder Gegenstände darzustellen. Es ist Lauf der Geschichte, sind politische Umbrüche und religiöse Prozessionen. Manche Quellen beschreiben die Aktion als einen „Totentanz“.
More Sweetly Play The Dance – Youtube Video
Der Lauf durch die Zeit- Unser Kommentar
Dunkelheit, Leid, Menschen…. Diese Komponenten sind vermutlich die ersten, die den Betrachtern ins Auge fallen. Getragen von einer dunklen Ästhetik werden die Zuschauer durch eine Reise durch die Zeit begleitet. Silhouetten laufen langsam, fast schon schlafend, entlang der Leinwand. Die Emotionen bleiben nicht sichtbar. Das einzig sichtbare bleibt eine einzelne Person, welche die Horde der Menschen anführt. Doch es wirkt nicht wirklich wie ein Anführer. Eher wie ein Besitzer, eine außenstehende Person.
Geht man die Geschichte der Menschheit durch, fallen uns sofort mehrere Beispiele von extremen Machtverhältnissen und Menschenverachtung ein. Sei es der Sklavenhandel vor hunderten von Jahren oder der Holocaust vor gerade einmal rund 80 Jahren. Man könnte meinen, egal in welcher Zeit wir leben, soziale Ungleichheit ist immer ein Thema. Deutlich wird das durch den nicht zu endenden Lauf durch die Zeit.
Die Aktionskunst von Kentridge bleibt sofort im Gedächtnis. Doch welche Funktion haben die Zuschauer im Publikum? Still sitzen sie da, nichts sagend, untätige Beobachter des Geschehens. Es öffnet uns die Augen. Warum tun wir nichts, obwohl so viel direkt vor unseren Augen passiert? Sieht man Kentridges Werk also aus dieser Sicht, ist es vor allem ein gesellschaftskritisches Meisterwerk.
Zusammenfassend soll dieses Kunstwerk vor allem ein Appel an uns sein. Unrecht und Leid waren immer schon Teil der Menschheit und sind es auch leider jetzt noch. Dennoch liegt es in unserer Hand, wie wir darauf reagieren, wie wir handeln. Also sollten wir am besten die Augen offen halten und nicht erneut zum stillen Zuschauer werden.
Quellen:
youtube.com/watch?v=pAuob5PIPw
Meta, Alexandra, Milan