Joseph Beuys – Aktionskünstler – ist bekannt geworden, weil er mit einem totem Hasen auf dem Arm durch seine Galerie ging. Doch warum war der Hase tot? Was bedeutet das? Wurde der Hase für die Kunst getötet?
In einer Aktionskunst: „Wie man einem toten Hasen die Bilder erklärt“ (1965), zeigte Joseph Beuys einem toten Hasen auf seinem Arm eine Galerieausstellung. Die eigentlichen Besucher der Galerie ließ er vor der Tür warten. Sie beobachteten das Vorgehen durch die Fensterscheiben. Beuys hatte, während er dem Hasen die Bilder erklärte, Honig und Blattgold an seinem Kopf. Insgesamt lief er so drei Stunden durch die Galerie.

Erst danach wurden die Besucher in die Galerie eingelassen. Sie saßen mit Beuys und dem Hasen im Foyer, was Verwirrung und Nachdenklichkeit auslöste.
Beuys inszeniert den Hasen als Symbol für Tod & Wiedergeburt, Inkarnation, Frieden und als Verbindung zwischen Europa und Asien. Er betrachtete den Hasen als „Außenorgan des Menschen“, dass die Notwendigkeit einer Verbindung von Mensch und Natur verdeutlicht. Außerdem war er der Meinung, dass selbst ein toter Hase die Kunst besser versteht als die Menschen.
„Wer nicht denken will, fliegt raus.“, dies ist ein Zitat von Beuys. In dem Zusammenhang mit der Symbolik des Hasen könnte man annehmen, dass Beuys möchte, dass die Kunst weiter hinterfragt wird und das Kunst mehr Bedeutung hat, als das was man nur sieht.
Trotz der Symbolik des Hasen stellt man sich aus heutiger Sicht die Frage, ob der Hase für die Kunstaktion getötet wurde? Tatsächlich ist die Todesursache unbekannt. Wurde er allerdings nur für diesen Moment umgebracht, wirkt die Aktion relativ absurd.
Trotzdem gelingt es Beuys, über Intuition, Wahrnehmung und die Rolle von Kunst zum Nachdenken anzuregen. Aber aus unserer Sicht wäre es besser gewesen, ein alternatives Symbol zu wählen, das keinen toten Körper einbezieht. Dadurch wäre die Aktion nicht nur künstlerisch provokant, sondern auch moralisch konsequent.

Wir finden die Aktion von Joseph Beuys insgesamt sehr spannend, weil sie den traditionellen Kunstbegriff herausfordert und zum Nachdenken anregt. Dass er sich vom Publikum abgrenzt und stattdessen einem toten Hasen die Bilder „erklärt“, wirkt auf uns einerseits irritierend, andererseits aber auch faszinierend, weil es die Rolle des Betrachters in Frage stellt.
Kritischer Punkt: Der tote Hase
Gleichzeitig möchten wir betonen, dass wir den Umgang mit dem toten Hasen kritisch sehen, bleibt für uns ein unangenehmes Gefühl. Wir finden, dass Kunst zwar provozieren darf, aber nicht auf Kosten von Tieren oder deren Körpern gehen sollte.
Für uns überschreitet dieser Teil der Aktion eine ethische Grenze. Wir fragen uns, ob Beuys seine Idee nicht auch ohne ein echtes Tier hätte ausdrücken können. Aus unserer Sicht wäre das respektvoller gewesen.
Unser Fazit
Insgesamt erkennen wir die künstlerische Bedeutung der Aktion an und finden viele Aspekte davon interessant und diskussionswürdig. Gleichzeitig bleiben wir bei der Meinung, dass der Einsatz eines toten Tieres für eine Aktionskunst problematisch ist. Für uns gehört zu Kunst auch Verantwortung – und das schließt den respektvollen Umgang mit Lebewesen ein.
Verfasser: Klara, Ada, Paula
Quellen:
Universität Tübingen Publikationsserver
Universitätsbibliothek Marburg
Bilder:
https://www.google.com/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fgalerieschwarzer.com%2Fartists%2F34-joseph-beuys%2F&psig=AOvVaw2xgrZf_IYWEaYdreyMX5i_&ust=1763540598895000&source=images&cd=vfe&opi=89978449&ved=0CBUQjRxqFwoTCPDOqPGi-5ADFQAAAAAdAAAAABAE
https://www.google.com/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fbeuysart.org%2Fkunstwerke%2Fwie-man-dem-toten-hasen-die-bilder-erklart&psig=AOvVaw1MAMZA-F7ZizH6kkwy2j8s&ust=1763540638490000&source=images&cd=vfe&opi=89978449&ved=0CBUQjRxqFwoTCLDgk_2i-5ADFQAAAAAdAAAAABAE